In der Mitte: die Protokollchefin der Deutschen Botschaft, Frau Daniela Vogel In der Mitte: die Protokollchefin der Deutschen Botschaft, Frau Daniela Vogel

Nordwest-Zeitung Oldenburg 22.10.2009

 

Botschaft erhält Schleuderball von Hörgeschädigten

 

 

OLDENBURG - In den Herbstferien haben 20 hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte ihre spanische Partnerschule in Madrid besucht, um gemeinsam weiter an ihrem europäischen Comenius-Projekt zu arbeiten. Die Partnerschaft mit der Hörgeschädigten-Schule „Colegio Tres Olivos“ besteht seit 2005.

Für die 13- bis 17-Jährigen geht es um das Kennenlernen und Erforschen der regionalen Spielekultur in Oldenburg und Madrid. Im Februar hatten spanische Kinder hier Boßeln und Klootschießen gelernt (die NWZ berichtete), jetzt durften die deutschen Kinder spanische Spiele wie Rana (Frosch) oder La pita (Schlag-/Schleuder-Spiel) kennenlernen.

Zu den Höhepunkten der neuntägigen Reise zählten der Besuch des Estadio Santiago Bernabeu von Real Madrid, der Besuch des königlichen Schlosses und der großen Militärparade anlässlich des Nationalfeiertags „El dia de la Hispanidad“ mit einem Blick auf König Juan Carlos und Königin Sofia. Der wichtigste Höhepunkt war aber ein Empfang in der deutschen Botschaft in Madrid. Protokollchefin Daniela Vogel würdigte ausgiebig das Comenius-Projekt. Das Spanien-Engagement der hörgeschädigten Kinder und Jugendlichen aus Oldenburg sei ein Teil der Völkerverständigung und der Zusammenarbeit in Europa. Symbolisch für das Thema „Regionale Spielekultur“ erhielt die Botschaft einen norddeutschen Schleuderball mit den Unterschriften aller Mitreisenden. Schulleiter Manfred Isstas sagt: „Wir haben über die gemeinsame Arbeit nun ganz intensiven Kontakt zu der spanischen Schule. Daraus sind bereits Freundschaften fürs Leben geworden.“



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"He löppt" noch statt "Olé"
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Kreiszeitung Wsermarsch 13.02.2009

Junge Spanier lernen Klootschießen

Projekt der Europäischen Union fördert das Kennenlernen traditioneller Sportarten

Deutsche Kinder fahren nach Madrid

Oldenburg (zb). Es könnte sein, dass demnächst rund um Madrid geboßelt wird und Klootschießen sich zum Volkssport entwickelt. Zumindest war die Begeisterung von 21 hörgeschädigten Schülern sowie drei Lehrkräften des "Colegio Tres Olivos" aus Madrid groß, die derzeit für eine Woche zu Gast in Oldenburg sind, um traditionelle Sportarten der Region kennen zu lernen. "Ermöglicht hat dies unsere COMENIUS-Schulpartnerschaft, die 2009 und 2010 von der Europäischen Union gefördert wird", berichtet Oberstudiendirektor Manfred Isstas vom Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Oldenburg. Koordiniert wird das Projekt "Traditionelle Sportarten in den Region Oldenburg/Ostfriesland und Madrid" von Mario Perez-Iglesias, Lehrer am Landesbildungszentrum, der sich dazu fachkundige Unterstützung beim Klootschießerlandesverband Oldenburg und beim Friesischen Klootschießerverband holte. Der Spanier lebt seit sechs Jahren in Deutschland und hat die Kinder während ihres einwöchigen Aufenthaltes begleitet und sich als perfekter Dolmetscher betätigt. Entstanden ist die Zusammenarbeit über Gerold Meischen vom Internetprojekt www.friesensport.de. "Wir wollen den Schülerinnen und Schülern aus Madrid Friesensport zum Anfassen und Mitmachen präsentieren", sagt er. Dafür hat er zusammen mit Michael Ostendorf und Dirk Schomaker aus Abbehausen und Sven Büsing aus Schweiburg keine Mühen gescheut.

Zunächst erklärte Gerold Meischen den spanischen und deutschen Kindern die Theorie des Boßelns, Klootschießens und Schleuderballwerfens, bevor dann zum Ball beziehungsweise zur Kugel gegriffen wurde. Jugendliche und Jugendbetreuer des Klootschießerlandesverbandes Oldenburg und des Friesischen Klootschießerlandesverbandes übten mit den hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern aus Madrid und Oldenburg auf Wiesen und Straßen, was bei den Teilnehmern große Freude auslöste. "Das Interesse der Kinder ist riesig", freut sich Gerold Meischen, der derweil noch mit Mario Perez-Iglesias darüber nachdenkt, wie man "schocken" ins Spanische übersetzt. Tatsächlich stellten die Kinder viele Fragen und waren dann gespannt auf die Praxis. Erst zeigten die Profis ihnen wie es geht. Als dann ihr Lehrer Elias nach der Kugel verlangte, war die Begeisterung riesig. Anfeuerungsrufe begleiteten seine ersten Würfe, bei denen er eine gute Figur machte. Dann trauten sich auch einige Schüler, was für allerbeste Stimmung sorgte.

In Spanien wird auch geboßelt, allerdings mit einer 1,6 Kilogramm schweren Eisenkugel. Wie dieses traditionsreiche Heimatspiel genau funktioniert, werden die deutschen Kinder im Oktober erleben, wenn sie die spanischen Gäste in Madrid besuchen. "Das Schöne an dem Projekt ist, dass sich die Kinder über das Spiel verstehen", sagt Mario Perez-Iglesias. Außerdem lernen sie ein anderes Land und seine Traditionen kennen. Dazu gehörte auch ein deftiges Grünkohlessen. Michael Ostendorf und Dirk Schomaker finden das Projekt hervorragend. "Wir haben sofort mitgemacht", sagen die beiden und hoffen, dass die Kinder den Volkssport in Madrid einführen. "Sie waren äußerst konzentriert bei der Sache und haben gute Fragen gestellt. Und die ersten Probewürfe waren ordentlich", sagen die Profis, die das schließlich beurteilen können.

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Spanische Schüler lernen Boßeln

AUSTAUSCH Hörgeschädigte Kinder aus Madrid entdecken Oldenburg – Europäisches Projekt

 

Erste Versuche: Alicia aus Madrid war mit anderen Austausch-Schülern auf Boßeltour. BENJAMIN KLEEMANN 

JUGENDTRAINER DES KLOOTSCHIEßER LANDESVERBANDES OLDENBURG GABEN FACHKUNDIGE ANLEITUNG. DIE SPANIER HABEN ZUM ERSTEN MAL GRÜNKOHL MIT PINKEL PROBIERT.

VON BENJAMIN KLEEMANN

OLDENBURG - Viel Spaß beim Boßeln hatten 21 hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler aus Madrid am Donnerstag bei einer gemeinsamen Tour mit Jugendlichen aus dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Oldenburg. Die 13-jährige Maria hat sich dafür dick in eine rosa Jacke eingepackt. Ganz schön kalt war ihr trotzdem. Aber die neue Sportart gefällt ihr super, sagt sie lächelnd.

Zum Abschluss ihrer Boßeltour stadtauswärts Richtung Ofen wartete noch eine besondere Erfahrung auf die Spanier. Zum ersten Mal in ihrem Leben haben sie Oldenburger Grünkohl mit Pinkel probiert. „Auf die Gesichter bin ich schon sehr gespannt“, sagte der Oldenburger Oberstudiendirektor Manfred Isstas.

Zum Teil kennen sich die Schüler aus Oldenburg und Madrid bereits, denn die Deutschen haben bereits zweimal im Rahmen des europäischen Comenius-Programms die Partnerschule Colegio Tres Olivos besucht. Eine Woche lang haben nun die Spanier Gelegenheit, die Stadt Oldenburg näher kennenzulernen. Auch Ausflüge nach Groningen und Bremen sind geplant. „Im Mittelpunkt steht jedoch, sie an die Sportarten Boßeln und Klootschießen heranzuführen“, sagte Isstas. Denn der Austausch stehe diesmal unter dem Thema regionale Spielkultur.

Fachkundige Anleitung gaben Vorstandsmitglieder und Jugendtrainer des Klootschießer Landesverbandes Oldenburg. Sie verständigten sich dabei mit den Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und vierzehn Jahren wie mit anderen Schülern auch. Möglich ist das jedoch nur durch technische Hilfsmittel. Die Mädchen und Jungen trugen alle Hörgeräte oder Innenohr-Implantate.